#rp14 speaker: Evgeny Morozov – Im Zweifel für den Zweifel

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Evgeny Morozov

Lange Zeit glaubte Evgeny Morozov, dass Blogs und soziale Netzwerke das Potential hätten, autoritäre Regime und Diktaturen zu stürzen. Mittlerweile hält er diese Form von Technologieoptimismus für Blödsinn und beschäftigt sich lieber mit den Risiken.

Fast könnte man denken, Mozorov hätte die Snowden-Enthüllungen vorhergesehen, als er davor warnte, wie die Unmengen an Daten und digitalen Spuren im Netz, die wir täglich selbst mitverursachen, eben auch genutzt werden können. Dass persönliche Informationen und Daten als Währung von Unternehmen und staatlichen Behörden nicht nur akzeptiert sondern immer stärker nachgefragt werden, gehört mittlerweile zu den schmerzlichen Erkenntnissen der jüngsten Vergangenheit. Die Erosion der Privatsphäre ist dabei längst zum Kollateralschaden einer ungebremsten Informationsökonomie geworden, so Morozov.

Scharf kritisiert er auch den Glaube, es müsse für alle Probleme ein technische Lösung geben und man könne mit Apps den Klimawandel stoppen oder Politik per default demokratischer gestalten. Evgeny Morozov tritt diesem „Solutionism“ und dem ständigen Streben nach Perfektion entgegen.

Mit seinen Büchern "The Net Delusion: The Dark Side of Internet Freedom" und "To Save Everything, Click Here: The Folly of Technological Solutionism" hat Evgeny Morozov sowohl begeisterte als auch skeptische Reaktionen ausgelöst.

Er ist kein bequemer Denker und er macht es seinem Publikum nicht leicht an bequemen oder gar optimistischen Positionen festzuhalten. Vielmehr möchte er uns die Gefahren der aktuellen Entwicklungen aufzeigen und vor den Konsequenzen unseres Verhaltens warnen.

Nachdem er bereits die re:publica 2010 eröffnet hat und 2013 leider kurzfristig absagen musste, wird er in diesem Jahr wieder dabei sein und uns über den aktuellen Stand der Dinge aus seiner Sicht aufklären. 

Foto: re:publica