[do:index] Offenheit ranken? Der digitale Offenheitsindex

Politics & Society
Mittwoch, 7. Mai 2014 -
12:30 bis 13:00
stage A
Fortgeschrittene
Deutsch
Vortrag

Tags: 

Kurzthese: 

Der Digitale Offenheitsindex [do:index] ist ein mehrdimensionales Instrument zur Messung des Beitrags öffentlicher Körperschaften zu digitalen Gemeingütern (Daten, Information, Wissen und Infrastruktur) auf kommunaler, regionaler und nationaler Ebene. Der Digitale Offenheitsindex verfolgt drei Ziele: Erstens soll die Bandbreite der möglichen Maßnahmen zur Verbesserung digitaler Offenheit aufgezeigt werden; zweitens soll digitale Offenheit gemessen und beispielhafte Praktiken identifiziert werden; drittens handelt es sich hierbei um die erste Ausgabe des Digitalen Offenheitsindex, der zukünftig jährlich veröffentlicht werden und so Entwicklungen im Zeitverlauf sowie Benchmarking über Ländergrenzen hinweg ermöglichen soll. Auf diese Weise soll sich unser Verständnis des gesellschaftlichen Werts von digitaler Offenheit ständig weiterentwickeln.

Beschreibung: 

Wir präsentieren exklusiv und zum ersten Mal die Ergebnisse der Studie und Datenerhebung 2013/2014 in 48 Gebietskörperschaften (die fünf größten Städte in der Schweiz und Österreich, sowie die 16 Bundesländer und deren jeweiligen Haupstädte in Deutschland, sowie 6 Städte mit mehr als 500.000 Einwohner_innen. Inklusiver schicker Datenvisualierung von opendatacity. Dabei stellen wir die Vorreiterstädte und Kommunen in den Teilbereichen des [do:index] Open Data, Open Infrastructure, Open Software, Open Policies und Open Educational Resources vor und gehen auf die gesammelten Erfahrungen ein. Wir werden weiters die neue erweiterte Erhebungsphase für 2014/2015 darlegen und das dafür erstellte neue Selbsterhebungstool präsentieren.

Wer mitgestalten will, muss sich informieren können. Die dafür notwendigen Voraussetzungen, wie ein möglichst freier Zugang zu Wissen, können in einer digitalen  Gesellschaft auf neue und zumindest potentiell inklusivere Weise realisiert werden. Jedoch gibt es derzeit kaum verbindliche Regelungen wie der Zugang zu gesellschaftlich bedeutsamen, digitalen Ressourcen geöffnet und gewährleistet werden kann. Wo es Regelungen und Angebote für offenen Zugang zu digitalen Ressourcen gibt, handelt es sich oft um Einzelinitiativen. Diesen Ansatz nehmen eine Reihe von Initiativen zum Ausgangpunkt, wie zum Beispiel der WebIndex, Open Data Census und Global Right to Information.

Jedoch deckt keines dieser Projekte nur ansatzweise die gesamte Breite der mit dem technologischen Wandel einhergehenden Veränderungen und Möglichkeiten für mehr digitale Offenheit ab. Ziel des Projekts Digitale Offenheitsindex ([do:index]) ist es, ein Messinstrument zu entwickeln, um den Beitrag öffentlicher Körperschaften zu digitalen Gemeingütern (Daten, Informationen, Wissen, Infrastruktur, Lehr- und Lernunterlagen..) – also einem  breit verstandenen Konzept von freiem Wissen - erkenn- sowie vergleichbar zu machen. Im Ergebnis soll der Digitale Offenheitsindex mit Hilfe eines Benchmarkingtools nicht nur informieren, sondern öffentliche Körperschaften zur Förderung digitaler Offenheit motivieren. Ein auf Basis des [do:index] regelmäßig erstelltes, überregionales Ranking  verbessert die Vergleichbarkeit der Initiativen verschiedener öffentlicher Körperschaften und erlaubt so eine offene Diskussion über (auch ungenutzte) Handlungsmöglichkeiten. Es sollen auf diese Weise auch die Vorreiter und Leuchtturmprojekte in den untersuchten Teilbereichen und deren Vorteile stärker sichtbar werden.

Der Index ist ein ganzheitlicher Ansatz bestehend aus 5 Teil-Rankings und Indikatorenvielfalt (über 60 verschiedene Indikatoren in 97 Abfragen), um das gesamte Spektrum an möglichen Initiativen aufzuzeigen.

• Das Teil-Ranking zu Open Data bewertet Umfang und Qualität von offen zugänglichen Datenbeständen einer Gebietskörperschaft.

• Der Teilbereich Open Education bemisst das gesellschaftspolitische Anliegen Bildung freier verfügbar zu machen und umfasst Offene Lehr- und Lernunterlagen und sowie deren Aspekte.

• Bei Open Policies werden Richt- und Leitlinien sowie Förderprogramme im Bereich digitaler Offenheit, Open Access, Informationsfreiheitsgesetz und Open Government Policies beleuchtet.

• Der Unterbereich Open Source Software analysiert die Strategie, Awareness und den aktuellen Softwareeinsatz in Verwaltungen.

• Die Kategorie Offene Infrastruktur beschäftigt sich mit Zugangsmöglichkeiten zum Internet, digital-offener Infrastruktur und netzpolitischen Einrichtungen (z.B. Koordinationsstellen).

Der digitale Offenheitsindex ist somit ein Versuch, die von verschiedenen sozialen Bewegungen wie der Freie-Software- oder der Open-Data-Community bereits seit längerem vorangetriebenen Regulierunganreize für technische und soziale Innovation gebündelt zu evaluieren und auf diese Weise zu fördern. Der Index wurde von einer breiten Gruppe an Personen und Organisationen (siehe http://www.do-index.org/team/) sowie mit einer ausgedehnten öffentlichen Feedback- und Begutachtungsphase entwickelt. Auch die Vorgehensweise bei der Datenerhebung sowie Auswertung ist transparent und kann auf http://www.doindex.org nachvollzogen werden. Die in diesem Beitrag präsentierten ersten Ergebnisse der empirischen Untersuchung sollen auch eine Reflexion der Potentiale und Gefahren eines derartigen Ranking-Ansatzes zur Förderung von Transparenz und Offenheit öffentlicher Körperschaften geben. Hinzu kommt die Frage nach unvorhergesehenen Effekten, die regulatorische Initiativen in Richtung digitaler Offenheit mit sich bringen können. Weiters werden neue Kriterien vorgestellt.

Die Datenerhebung zur Studie wird aktuell mit Februar 2014 abgeschlossen. 

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